THEMENKATALOGwww.blissfhs.de

Blissfhs - News vom 24. Mai 2015

google Adwords - empirische Untersuchung

Aufgabenstellung:
Wie wirkt sich Werbung bei google (Adwords) auf den Umsatz aus.

Vorbereitung:
Wir haben ein Werbebudget von 120,- € in eine Kampagne bei google investiert.
Beworben werden soll eine Webseite mit 25 Muttertagssträußen. Detailiertere Informationen erhält der Besucher durch Anklicken, wodurch er zum Shopsystem gelangt.
Start der Kampagne ist Montag, 6 Tage vor Muttertag. Sie läuft bis Donnerstag, also 4 Tage, bei einem Tagesbudget von 30,- €.
Ein eigenes Statistikprogramm zeichnet die Zugriffe auf.

Datenerfassung:
Damit die Kampagne überhaupt nur eingeblendet wird (rechts unten), ist je nach Suchbegriff eine Mindestpreis/Klick von 70 Cent, teilweise auch von über 1,- € notwendig.
Google blendet unsere Werbung in verschiedenen Wortkombinationen ein, obwohl das nicht erwünscht ist. So erhalten wir Klicks von „muttertagsstrauss aldi“, dabei haben wir nur „muttertagsstrauss“ als Suchbegriff angegeben.

Impressionen 3624 unsere Kampagne

Blumen zum Muttertag
Große Auswahl an Blumensträußen
Klicks 149
Shopbesucher 26
Bestellungen 2
Brutto-Warenwert 34,85 €
Werbebudget 120,00 €

Insgesamt erhalten wir 149 Klicks. Davon klicken gerade einmal 26 weiter zum Shopsystem.
Von diesen 26 Besuchern haben 2 Besucher etwas bestellt. Es wurde ein Warenumsatz von 34,85 € (inkl. 19% MwSt.) erzielt.

Auswertung:
Die von google angegebenen Klicks stimmen mit unserem Statistikprogramm überein. Fraglich ist, warum nur 17,45% der Besucher sich näher über die Preise informiert haben. Unsere Kampagne wurde nicht über das Werbenetzwerk AdSense geschaltet, bei dem wir schon vorweg eine Klickmanipulation vermuteten.
Viel interessanter ist es aber zu wissen, von welchen Webseiten die 2 Besteller kamen.
Sie kamen nicht direkt von google, sondern von Suchergebnisseiten der google-Partner, darunter amazon.de. Diese haben die Werbeanzeigen so geschickt eingebunden, das der Besucher nicht sofort bemerkt, das es sich um google-Werbung handelt.

Resümee:
Das  Verhältnis Impressionen/Klicks kann man geringfügig verbessern, wenn man ausschließende Wörter angibt, was wir während des Versuchs auch gemacht haben. 123 von 149 Besuchern wollten keinen Blumenstrauß kaufen. Sie haben etwas anderes auf der Seite gewollt. Vielleicht ein Blumenstrauß-Bild. Viel wahrscheinlicher ist aber die Vermutung, das Mitbewerber sich über unser Angebot informiert haben. Das Verhältnis Klicker zu Kaufinteressenten ist mit 17,45% sehr niedrig. Damit steigt der investierte Betrag auf ca. 3,50 €/Kaufinteressent. Wenn jeder von denen dann auch bestellen würde, wäre das Geschäft noch rentabel.

Da aber wiederum nur 7,7% der Kaufinteressenten auch tatsächlich bestellt haben, da wir nicht die einzigsten Anbieter sind, steigt die Investition auf das 13fache und damit auf 45,45 €/Besteller. Also müssten die Besteller soviel Umsatz machen, das wir zumindest die 45,45 € refinanziert haben, besser: noch Gewinn übrig bleibt. Obwohl mit über 50,- € auch deutlich teurere Sträuße angeboten wurden und auch mehrere Aufträge/Bestellung möglich sind, haben sich die Besteller für die günstigsten Angebote entschieden.

Das Argument von google: Die Besteller kaufen das nächste mal direkt über uns, wenn sie zufrieden waren, ist unfug. Kaum einer wird sich in ein paar Monaten (oder im nächsten Jahr) noch an seine letzte Bestellung erinnern können und sucht daher erneut über google.

Aus unserer Untersuchung geht hervor, das google-Werbung sich nicht annähernd lohnt. Nicht einmal 1/3 des Werbebudget floß in der Form von Umsatz zurück. Da es sich um ein Saisongeschäft handelte, ist auch nicht mit einer späteren Bestellung der Besucher zu rechnen.